Auszeichnung zur Top Kanzlei Medizinrecht 2021 von der Wirtschaftswoche

Die Geburt eines Kindes verläuft in den meisten Fällen komplikationslos. Kommt es allerdings doch zu schwerwiegenden Zwischenfällen wie einem Gebärmutterriss (Uterusruptur), besteht akuter medizinischer Handlungsbedarf. Für Mutter und Kind kann ein Gebärmutterriss erhebliche Folgen haben.

In solchen Situationen stellt sich häufig die Frage, ob es um eine schicksalhafte Komplikation oder aber um einen Behandlungsfehler handelt. Eine rechtliche Prüfung kann klären, ob Ansprüche auf Schmerzensgeld oder Schadensersatz bestehen.

Das Wichtigste in Kürze

Was ist ein Gebärmutterriss und wie entsteht er?

Eine Uterusruptur ist das Zerreißen der Gebärmutterwand und kann während der aktiven Geburtsphase auftreten. Da die Versorgung des Kindes über die Plazenta bei einem Riss unmittelbar unterbrochen wird, drohen schwere hypoxische Hirnschäden (Sauerstoffmangel). 

Für die Mutter besteht die Gefahr massiver innerer Blutungen. Juristisch prüfen wir in diesen Fällen, ob Ärzte Warnsignale ignoriert oder den Einsatz wehenfördernder Medikamente fehlerhaft gesteuert haben.

Medizinisch unterscheiden Fachärzte zwischen einer drohenden Ruptur und einer vollendeten Ruptur. Während bei einer drohenden Ruptur die Gebärmutterwand lediglich dünner wird oder leicht einreißt (Dehiszenz), bricht sie bei der vollendeten Ruptur komplett durch.

Die häufigste Ursache für einen Gebärmutterriss bei einer Geburt ist eine vorangegangene Operation an der Gebärmutter. Meist handelt es sich dabei um die Narbe eines früheren Kaiserschnitts. Unter der enormen Druckbelastung der Wehen kann dieses Narbengewebe nachgeben.

Weitere Ursachen sind:

Gebärmutterriss: Symptome erkennen

Ein Gebärmutterriss kündigt sich oft durch spezifische Symptome an. Das medizinische Personal muss diese Anzeichen während der Geburtsüberwachung sofort interpretieren. 

Typische Gebärmutterriss-Symptome umfassen:

Spätfolgen für Mutter und Kind nach einem Gebärmutterriss

Die Auswirkungen einer Uterusruptur sind erheblich. Deshalb ist eine frühzeitige rechtliche Absicherung wichtig.

Das Hauptrisiko für das Kind liegt in einer stark verringerten oder aussetzenden Sauerstoffversorgung. Wenn die Plazenta sich durch den Riss teilweise oder ganz ablöst, wird das Gehirn des Kindes nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Mögliche Gebärmutterriss-Spätfolgen sind:

Auch für die Mutter hat die Ruptur potentiell gravierende Konsequenzen. 

Neben dem physischen Trauma durch Notoperationen und Bluttransfusionen droht im schlimmsten Fall die Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie), was den Verlust der Fruchtbarkeit bedeutet. Zudem leiden viele Frauen unter einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS).

Wann liegt ein Behandlungsfehler vor?

Nicht jeder Gebärmutterriss lässt sich verhindern, doch viele sind die Folge einer mangelhaften medizinischen Überwachung oder Folge von Fehlentscheidungen.

Versäumnisse in der Risikoanalyse

Ärzte müssen bereits vor der Geburt klären, ob ein erhöhtes Risiko besteht. Hatte die Patientin bereits einen Kaiserschnitt, ist eine besonders engmaschige Überwachung unter der Geburt zwingend erforderlich. 

Ein Behandlungsfehler liegt vor, wenn:

Fehlerhaftes Wehenmanagement

Ein Wehensturm durch Überdosierung von Wehenmitteln gilt oft als vermeidbares Risiko.

Die Hebamme und der Arzt müssen die Dosierung des Wehentropfs sofort reduzieren oder das Medikament absetzen, wenn die Kontraktionen zu heftig werden oder das Kind Stresssignale zeigt.

Verzögerte Reaktion

In der Geburtshilfe zählt jede Sekunde. Sobald die Symptome eines Gebärmutterrisses auftreten, muss das Team die „Entscheidungs-Entwicklungs-Zeit“ (E-E-Zeit) so kurz wie möglich halten. Die Entscheidung muss schnell gefällt und dann auch umgesetzt werden. Dauert es zu lange, bis der Not-Kaiserschnitt erfolgt, liegt ein relevanter Fehler vor.

Haftung und rechtliche Schritte nach einem Gebärmutterriss

Nach einem traumatischen Ereignis bei der Geburt steht die Genesung an erster Stelle. Aber auch die finanziellen Belastungen, insbesondere wenn das Kind Spätfolgen davonträgt, sind enorm.

NÄTHER I KRÜGER I PARTNER übernimmt die vollständige Aufarbeitung Ihres Falles. Unser Vorgehen ist patientenorientiert und zielgerichtet:

  1. 1. Akteneinsicht: Wir fordern die vollständige Dokumentation der Geburtsklinik an, einschließlich aller CTG-Ausdrucke und OP-Berichte.
  2. 2. Fachgutachten: Wir lassen durch spezialisierte Gynäkologen und Pädiater prüfen, ob der Gebärmutterriss und die Spätfolgen durch ein Abweichen vom medizinischen Standard verursacht wurden.
  3. 3. Beweislastumkehr: Bei groben Behandlungsfehlern oder Befunderhebungsmängeln muss die Klinik beweisen, dass der Fehler nicht ursächlich für den Schaden war.

Schadensersatz und Schmerzensgeld

Neben Schmerzensgeld für die Mutter sind Schmerzensgeld und Schadenersatz für das Kind viel entscheidender.

Dieser umfasst:

Gewissenhafte Vertretung auf Patientenseite

Wissen Sie bei einem Gebärmutterriss bei der Geburt, was zu tun ist, um Ihr Recht zu wahren? Wir unterstützen Sie dabei, Verantwortlichkeiten zu klären und die finanzielle Zukunft Ihrer Familie abzusichern. 

NÄTHER I KRÜGER I PARTNER steht für Zuverlässigkeit und höchste fachliche Expertise im Medizinrecht – ausschließlich für Patienten.

Wir bieten Ihnen eine fundierte Ersteinschätzung Ihres Falles an. Kontaktieren Sie uns für ein vertrauliches Beratungsgespräch.

FAQs

Wie hoch fällt das Schmerzensgeld bei einem Gebärmutterriss aus?

Die Summen variieren stark. Während die Mutter bei einer folgenlosen Ruptur Beträge im mittleren vier- bis niedrigen fünfstelligen Bereich erhalten kann, liegen die Entschädigungen bei schwersten Hirnschäden des Kindes teilweise bei mehreren hunderttausend Euro, zuzüglich einer lebenslangen Rente.

Werden die Kosten für einen Rechtsstreit übernommen?

Wenn Sie eine Rechtsschutzversicherung haben, fordern wir die Deckungszusage für Sie an. Alternativ prüfen wir die Beantragung von Prozesskostenhilfe oder ziehen Prozessfinanzierer hinzu, damit Sie kein finanzielles Risiko tragen müssen.

Muss ich beweisen, dass die Klinik zu spät reagiert hat?

Grundsätzlich liegt die Beweislast bei Ihnen. Wir führen jedoch durch die Analyse des CTG-Streifens und des OP-Protokolls den Nachweis über die zeitlichen Abläufe. Ergeben sich hierbei gravierende Abweichungen von den Leitlinien der Fachgesellschaften, erleichtert dies die Beweisführung erheblich.

Wie lange dauert ein solcher Prozess?

Verfahren in der Geburtshilfe sind komplex und dauern außergerichtlich oft ein bis zwei Jahre. Kommt es zu einem gerichtlichen Prozess, kann er mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Wir sorgen jedoch durch eine fundierte Vorbereitung dafür, dass das Verfahren so effizient wie möglich abläuft.