Nervenschädigung nach Hüft-OP: Was Betroffene tun sollten

Inhaltsverzeichnis

Kliniken und ihre Haftpflichtversicherer bezeichnen eine Nervenschädigung nach einer Hüft-OP immer wieder als „schicksalhaftes Risiko“ – auch dann, wenn der Schaden auf einen Fehler zurückzuführen ist. Für Betroffene ist es ohne anwaltliche Unterstützung kaum möglich, solche Aussagen zu widerlegen.

NÄTHER I KRÜGER I PARTNER analysiert Ihre Patientenakte, zieht unabhängige medizinische Gutachter hinzu und konfrontiert die Gegenseite mit den Ergebnissen – außergerichtlich oder vor Gericht.

Das Wichtigste in Kürze

  • – Symptome wie Fußheberschwäche oder Gefühlsstörungen deuten auf Nervenschäden hin.
  • – Sichern Sie sofort alle medizinischen Unterlagen und führen Sie ein Gedächtnisprotokoll.
  • – Ein Behandlungsfehler liegt vor, wenn Ärzte den medizinischen Standard unterschreiten.
  • – Spezialisierte Anwälte unterstützen Sie bei der Durchsetzung von Schmerzensgeld und Schadensersatz.
  • NÄTHER I KRÜGER I PARTNER arbeitet ausschließlich auf der Seite geschädigter Patienten.

Folgen einer fehlerhaften Hüft-OP

Eine fehlerhafte Positionierung während der Operation oder ein direktes Trauma durch chirurgische Instrumente schädigt unter Umständen die umliegenden Nervenbahnen.

Wir unterscheiden rechtlich präzise zwischen dem allgemeinen Operationsrisiko und einem schuldhaften Fehlverhalten. Eine Schädigung entsteht etwa durch direkten mechanischen Druck, zum Beispiel durch stumpfe Haken zum Aufhalten der Wunde. 

Ebenso führen eine Zerrung des Nervs bei der Lagerung oder eine versehentliche Durchtrennung zu bleibenden Schäden.

Nervenschäden zählen zu den schwerwiegenden Risiken eines operativen Eingriffs an der Hüfte. Oft ist der Ischiasnerv (Nervus ischiadicus) oder der Schenkelnerv (Nervus femoralis) betroffen. 

Die Anzeichen einer Nervenschädigung variieren je nach betroffenem Nerv. Häufig lassen sich folgende Symptome beobachten:

  • – Brennende Schmerzen im Bein oder Gesäß.
  • – Taubheitsgefühle oder Kribbeln (Parästhesien).
  • – Muskelschwäche bis hin zur vollständigen Lähmung (z. B. eine Fußheberlähmung).
  • – Einschränkungen des Gangbildes und damit verbundene Sturzgefahr.

Die Symptome mindern die Lebensqualität nicht selten dauerhaft und erfordern langwierige physiotherapeutische Behandlungen.

Was Sie bei einer Nervenschädigung nach einer Hüft-OP tun können

Verlassen Sie sich nicht allein auf die Aussagen der operierenden Klinik. Suchen Sie zeitnah einen unabhängigen Neurologen auf. Dort wird mittels Elektromyografie (EMG) oder Nervenleitgeschwindigkeitsmessungen (NLG) das genaue Ausmaß und der Ort der Schädigung festgestellt. 

Solche objektiven Befunde bilden das Rückgrat für die spätere juristische Argumentation und belegen den Kausalzusammenhang zwischen Operation und Schaden.

Dokumentation sichern

Ein Behandlungsfehler kann, wie erwähnt, durch direkten mechanischen Druck, eine Zerrung des Nervs oder eine Durchtrennung entstehen. Auch eine mangelhafte Aufklärung vor der Operation stellt unter Umständen einen rechtlich relevanten Fehler dar.

Das OLG Nürnberg (Urteil vom 22.5.2023) stellte klar: Wird das Risiko einer Nervenschädigung im Aufklärungsgespräch nur oberflächlich behandelt, liegt ein Fehler vor – unabhängig davon, ob der Eingriff selbst korrekt durchgeführt wurde (Az. 5 U 2251/21).

Sie sollten in jedem Fall umgehend Ihre vollständige Patientenakte in Kopie anfordern. Das Krankenhaus ist gesetzlich verpflichtet, Ihnen Einsicht in alle Unterlagen sowie die OP-Berichte und Pflegeprotokolle zu gewähren. 

Ergänzen Sie diese Unterlagen durch ein eigenes Gedächtnisprotokoll, in dem Sie den zeitlichen Verlauf Ihrer Beschwerden genau festhalten.

Wie Ihnen ein Anwalt bei Behandlungsfehlern helfen kann

Wenn Sie Symptome einer Nervenschädigung nach einer Hüft-OP bemerken, sollten Sie zeitnah rechtlichen Rat suchen. Lassen Sie prüfen, ob der Schaden auf eine unvermeidbare Komplikation oder auf einen vermeidbaren Fehler zurückzuführen ist.

Die Auseinandersetzung mit Kliniken und deren Haftpflichtversicherungen ist für medizinische Laien schwer zu bewältigen. NÄTHER I KRÜGER I PARTNER prüft bei einer Nervenschädigung nach einer Hüft-OP, was zu tun ist, damit Ihre Ansprüche erfolgreich durchgesetzt werden.

Beschaffung und Analyse der medizinischen Unterlagen

Wir können für Sie die Beschaffung der kompletten Unterlagen aller beteiligten Ärzte und Kliniken übernehmen. Unsere Experten arbeiten die Dokumente sorgfältig durch, um Abweichungen vom medizinischen Standard zu identifizieren. 

Wir übernehmen auch den gesamten Schriftverkehr mit der Gegenseite. Versicherer versuchen teilweise, berechtigte Ansprüche mit dem Verweis auf „schicksalhafte Verläufe“ abzuwehren. 

Wir setzen unsere langjährige Erfahrung ein, um Ihre Interessen dennoch durchzusetzen – außergerichtlich oder vor Gericht.

Die Höhe möglicher Entschädigungen

Eine gesundheitliche Beeinträchtigung lässt sich durch Geld nicht ungeschehen machen. Zumindest aber sichern finanzielle Mittel Ihre Zukunft ab.

Die Entschädigung setzt sich aus verschiedenen Faktoren zusammen:

  • – Schmerzensgeld: Ein Ausgleich für die erlittenen Schmerzen und die Minderung der Lebensqualität.
  • – Haushaltsführungsschaden: Ersatz für die Einschränkungen bei der Bewältigung des Haushalts.
  • – Verdienstausfall: Ausgleich für finanzielle Einbußen durch Arbeitsunfähigkeit.
  • – Vermehrte Bedürfnisse: Übernahme von Kosten für Therapien, Hilfsmittel oder Pflegekräfte.

Wir kalkulieren diese Ansprüche präzise und fordern sie konsequent ein. 

Was dabei realistisch erreichbar ist, verdeutlicht ein Urteil des OLG Frankfurt am Main (Urteil vom 3.5.2016): Das Gericht verurteilte eine Klinik zur Zahlung von 50.000 Euro Schmerzensgeld, nachdem ein Patient durch eine fehlerhaft überlange Operation einen dauerhaften Nervenschaden erlitten hatte – und stellte darüber hinaus die Ersatzpflicht für sämtliche materielle Schäden fest (Az. 8 U 224/12).

Ihr Weg zum Recht bei einer Nervenschädigung nach Hüft-OP

Eine Nervenschädigung nach einer Hüft-OP stellt Sie vor große Herausforderungen. Wissen Sie nun, was zu tun ist? Der erste Schritt bei einer Nervenschädigung nach einer Hüft-OP besteht in einer professionellen Ersteinschätzung, sowohl durch Neurologen als auch durch Anwälte mit Erfahrung im Medizinrecht. 

Wir von NÄTHER I KRÜGER I PARTNER begleiten Sie sicher durch diesen Prozess. Wir klären transparent über Kosten und Erfolgsaussichten auf, damit Sie eine informierte Entscheidung für Ihre Zukunft treffen können. Betroffene Patienten können uns jederzeit mit ihren Fragen kontaktieren.

FAQs

Wann verjähren Ansprüche nach einer fehlerhaften Hüft-Operation?

Die regelmäßige Verjährungsfrist beträgt drei Jahre. Diese Frist beginnt am Ende des Jahres, in dem Sie von dem Behandlungsfehler und der Person des Verpflichteten Kenntnis erlangt haben oder ohne grobe Fahrlässigkeit hätten erlangen müssen. Spätestens nach 30 Jahren verjähren Ansprüche unabhängig von der Kenntnis.

Was tun bei Taubheitsgefühlen nach einer Hüft-OP?

Informieren Sie umgehend das behördliche Personal und fordern Sie eine neurologische Untersuchung an. Lassen Sie die Ergebnisse dieser Untersuchung genau im Entlassungsbericht dokumentieren. Dies ist die Grundlage für jede spätere Beweisführung.

Was tun, wenn die Versicherung die Zahlung bei einer Nervenschädigung nach der Hüft-OP ablehnt?

Versicherungen lehnen Ansprüche immer wieder in der ersten Instanz ab. In diesem Fall prüfen wir die Ablehnungsgründe detailliert. Oft führt eine fundierte Argumentation durch einen spezialisierten Anwalt oder die Einreichung einer Klage doch noch zum Erfolg.

Wer trägt die Kosten für den Rechtsstreit bei einem Arzthaftungsfall?

Wenn Sie über eine Rechtsschutzversicherung verfügen, übernehmen wir die Korrespondenz und fordern die Deckungszusage an. Falls keine Versicherung besteht, vermitteln wir Ihnen bei Bedarf Prozessfinanzierer, die das finanzielle Risiko für Sie tragen.

Kann ich den Arzt auch persönlich haftbar machen?

In der Regel richtet sich die Forderung gegen den Krankenhausträger und dessen Haftpflichtversicherung. Der operierende Arzt wird jedoch oft als Mitverantwortlicher benannt. Für Sie ist wichtig, dass die Versicherung der Klinik im Hintergrund die finanzielle Regulierung übernimmt und so die Auszahlung Ihrer Ansprüche sichert.

MIT RECHT ANSPRÜCHE DURCHSETZEN.

Was tun, wenn nach einer Routineoperation oder normalen Geburt nichts mehr ist wie zuvor? Wenn plötzlich Folgeeingriffe, Wohnungsumbauten oder die Therapieplatzsuche Ihren Alltag bestimmen?

In dieser Ausnahmesituation fragen Sie sich zu Recht: Wer trägt die Verantwortung?

Zögern Sie nicht – professioneller rechtlicher Beistand ist jetzt entscheidend. Vereinbaren Sie Ihr Erstgespräch mit uns.